Streetfood

(H)Einzigartiges auf Rädern

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Die Erfolgsgeschichte von Streetfood aus Foodtrucks geht in 2017 weiter. Mit seinem Food-Trailer „Steely“ möchte auch Saucenhersteller Heinz ganz vorne mitfahren.

Wenn die Streetfood- und Foodtruck-Szene zum jährlichen Gipfeltreffen zusammenkommt, werden keine roten Teppiche ausgerollt und auch keine meterhohen Sicherheitszäune errichtet, aber der Besucherandrang ist dennoch beachtlich. Bei der zweiten Street Food Convention (SFC) im letzten November strömten 2.500 Besucher aus dem In- und Ausland auf das Nürnberger Messegelände, auf dem 60 Unternehmen ausstellten. Zum Vergleich: Bei der Premiere 2015 waren es erst 45 Aussteller und 1.500 Besucher.

„Der Wissensdurst der Branche ist riesig“, beobachtet Klaus P. Wünsch, Initiator und Organisator der SFC. Wünsch gilt als Pionier der deutschen Foodtruck-Szene, brachte 2010 als einer der ersten ein ausgereiftes Konzept auf die Straße. Als „Mr. Foodtruck“ glaubt er fest daran, dass dieser Trend so schnell nicht zu stoppen ist. Den bezeichnet der Ernährungsmediziner Professor Daniel König von der Albrecht-Ludwig-Universität in Freiburg als „Gegenbewegung zur überregionalen Einheits-Fast-Food-Bewegung“. Wünsch ist sicher: „Zunehmend etablieren sich Foodtrucks in Deutschland als attraktive Alternative zum Lieferservice mit Pizza oder chinesischem Fastfood.“ Diese Aussage lässt sich mit einer Zahl untermauern: „Rund 600 solcher Trucks parken bundesweit täglich vor Firmentoren und Bürogebäuden, um Angestellte mit frischem Essen zu versorgen. Gegenüber 2015 hat sich die Anzahl nahezu verdoppelt.“ Eines der Vorzeige-Beispiele ist der Streetfood-Markt, den Dorfner Catering auf dem Gelände des Bayerischen Rundfunks in München betreibt. Dort werden Burger frisch vom Grill und Som Tam Thai im Palmblatt gereicht. Die Küchenleitung freut sich über das rege Interesse der Gäste.

Doch die Foodtrucks füllen nicht nur hungrige Mägen von Arbeitern und Angestellten. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen wie Festivals, Konzerten oder Wochenmärkten sind sie gefragt. Streetfood-Festivals werden inzwischen überall in der Bundesrepublik auf die Beine gestellt. Die steigenden Zugriffszahlen auf die Website von Foodtrucks Deutschland sind ein Indiz für den Trendcharakter von Streetfood, das die Zukunftsforscherin und Food-Trend-Autorin Hanni Rützler als „Fast Good“ bezeichnet. Foodtrucks Deutschland bringt es als die größte Foodtruck-Plattform hierzulande auf mehr als 1,5 Millionen Webseitenzugriffe monatlich.

Darüber hinaus versuchen Gastronomen und Gemeinschaftsverpfleger, Streetfood-Erlebnisse von der Straße in das Lokal beziehungsweise die Kantine zu holen. So lud der Caterer Aramark kürzlich in seine mehr als 400 Betriebsrestaurants ein. An elf Tagen traf der Burger-Liebhaber dort auf „Meat Me“, einen Beef Burger im Curry-Brötchen mit BBQ-Bohnen-Dip, Avocado und Tortilla-Chips. Hinter der „Döner Connection“ verbarg sich bei Aramark ein vegetarischer Döner mit gegrillten Auberginen, Tomaten-Hummus und Minze. Beim „Crispy Chicken Dream“ hieß es „Chicken Reloaded“, und zwar in Form eines Backhähnchens mit Zitrone und lauwarmem Petersilien-Erdapfelsalat. Die SV Group verfuhr ähnlich: Unter dem Motto „Streetfood-Erlebnisse“ kredenzte sie 2016 14 Tage lang unter anderem Arabisches Shawarma mit Rotkohlsalat, Alpenburger mit Hähnchen und Bergkäse, Chiliburger mit Cheddar sowie Gyros de Luxe mit Bohnensalat.