Hamberger

Nicht für Jedermann

Beitragsseiten

60.000 Artikel auf 13.000 Quadratmetern: Doch dieses Vielfalt offeriert der Großmarkt Hamberger in Berlin Moabit nur Gastronomen oder Lebensmittelhändlern.

Anfang Dezember öffnete in Berlin der neue Gastro-Großmarkt Hamberger und schon lässt sich eine vorsichtige Mini-Bilanz ziehen. Und die sieht recht positiv aus. Sie liegt im Rahmen dessen, was sich das Münchner Familienunternehmen am neuen Standort in der Hauptstadt zum Ziel gesetzt hat: Mit dem Markt, seinen Kunden und der Stadt Berlin wachsen.

Im Unterschied zu anderen Großmärkten richtet sich das Angebot des aktuell größten Frischemarkts in Deutschland ausschließlich an einen Kundenkreis, der mit Lebensmitteln handelt oder in der Gastronomie weiterverarbeitet. Andere Gewerbetreibende oder Privatkunden können hier nicht einkaufen. So finden Kunden in Berlin-Moabit auf zweieinhalb Kilometern Regalfläche ein Sortiment aus 60.000 Artikeln– in einer 200 Meter langen Halle, die mit einer Verkaufsfläche von 13.000 Quadratmetern etwa so groß ist wie zwei Fußballfelder. Die Mitarbeiter benötigten allein sechs Wochen, um den Markt mit seinen etwa 350 Metern Tiefkühlkost-Truhen und den 40 laufenden Metern des „Marktplatz der Frische“ komplett zu bestücken.

„Überproportional stark haben uns gleich zu Anfang die asiatischen Gastronomen Berlins für sich entdeckt“, sagt Ralf Decker, einer der Geschäftsführer von Hamberger. „Sie verfügen über ein gutes Netzwerk und kommunizieren viel untereinander. Darüber hat sich unser Angebot sehr schnell herumgesprochen.“ Denn Hamberger verfügt auch über einen eigenen Asia-Bereich. Der umfasst alleine rund 20 Regalmeter mit unterschiedlichen Reissorten unter anderem aus China, Afghanistan und Italien.

Und auch die Italiener waren schnell. „Gerade unser italienisches Sortiment ist sehr gut ausgebaut“, sagt Decker. „Die Breite und Tiefe des Angebots überzeugt und da wir alles unter einem Dach anbieten, sparen die Gastronomen viel Zeit.“ Für die Restaurantbetreiber ist vor allem der Variantenreichtum interessant, denn die Auswahl an Produkten ist außergewöhnlich hoch: So finden Gastronomen und Händler rund 1.000 Varianten an Käse – von Parmesan über Ziegenrohmilchkäse bis zu tagesfrischen Bio- oder veganen Sorten ist alles zu haben. Hinzu kommen etwa 20 Sorten Tomaten sowie allein 20 Regalmeter an Oliven. Im Frischfischbereich lassen sich ferner beim Rundgang die zehn Aquarienbecken mit insgesamt 11.600 Litern Süß- und Salzwasser entdecken, in denen zehn Süßwasserfischarten auf ihre Käufer warten. Hinzu kommen mehrere Krebsarten wie Taschenkrebse oder Königskrabben sowie Hummer. Per Flugzeug werden die Tiere teilweise lebend aus den USA oder Kanada eingeflogen. Thunfisch kommt aus Neuseeland, Kabeljaufilet aus Island und Jakobsmuscheln aus Nordnorwegen. Mehrere Lachssorten, Loup de mer, verschiedene Muschelsorten und Austern sowie Matjes oder Lakeprodukte sind erhältlich – saisonal sind das zusammengenommen mehr als 270 verschiedene Fischsorten.

Ähnlich reichhaltig sieht die Lage in der Fleischabteilung aus: Zum Beispiel aus Brasilien, Irland, Argentinien, Deutschland und Frankreich stammt das internationale Sortiment an Rind, Schwein, Kalb und Geflügel. In einem eigenen Dry Age Room lässt Hamberger Fleisch drei bis vier Wochen reifen. Und ein eigenes Schinkenstudio bietet unter anderem fünf Jahre lang gereiften Schinken an. Im so genannten Weinwürfel lagern 850 Sorten Wein, 90 Champagnerarten und 190 Sekt- und Prosecco-Varianten. Nicht zu vergessen sind die etwa 60 bis 80 Sorten Gin.

Rund 800 Quadratmeter belegt allein das Obst- und Gemüsehaus. 700 Artikel aus der Region und aus aller Welt sind dort zu finden: Salat aus dem Alten Land, Möhren in allen Farben, zehn Kilogramm schwere Wassermelonen: Allein dieser Bereich ist in drei verschiedene Kühlzonen aufgeteilt. Und in einem extra Trüffelschrank lagert der teure Pilz bei perfekten Temperaturen.