Alkoholfreie Durstlöscher

Gesund, schlau und Sexy

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Die Auswahl an alkoholfreien Getränken wächst. Besonders beliebt sind Durstlöscher mit dem gewissen Extra.

Sollte Deutschland Fußball-Europameister werden (erst nach dem Redaktionsschluss dieser KÜCHE-Ausgabe sind wir in dieser Hinsicht schlauer), wäre Holger Stromberg sicherlich nicht unbeteiligt. Der Sterne-Koch schwingt für die Elf rund um Bundestrainer Joachim Löw und auch für das Damenteam des Deutschen Fußball-Bundes den Kochlöffel. Darüber hinaus betätigt sich Stromberg europaweit als Gastronom, Caterer, Ernährungsberater und Anbieter von ganzheitlichem Consulting.

Spricht der Spitzenkoch mit seinen Consulting-Kunden über gesunde Ernährung, versucht er sie auch für alkoholfreie Getränke zu begeistern, die nicht jeder auf dem Zettel hat – frisch gepresste Gemüsesäfte zum Beispiel. Diese und ähnliche Kreationen sollten nach seinen Vorstellungen ein viel selbstverständlicherer Bestandteil insbesondere der Betriebs- und Tagungsverpflegung werden. Wenn sich Holger Stromberg das häufig übliche Angebot in Konferenzräumen zu Gemüte führt, denkt er gerne an die früheren Zeiten zurück, in denen in Kneipen Gläser mit Soleiern gereicht wurden. Die gelten nämlich im Vergleich zu den oftmals gereichtem Weißmehlgebäck, zu Kaffee, Tee, Limos und belegten Brötchen als hochwertigere Lebensmittel und damit als leistungsfördernder. Zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Leistungsmanagement kreiert Holger Stromberg Cocktails unter anderem aus diversen Vitaminen, Mineralstoffen, Kalzium, Proteinen und Omega-3-Fettsäuren. Gemüsesäfte und Power-Cocktails – diese von Stromberg unter dem Oberbegriff „Brain Food“ erwähnten Stichpunkte lassen nicht bei allen, die sie hören, das Wasser im Mund zusammen laufen. Aber sie zeigen, was auf dem Gebiet der alkoholfreien Getränke zurzeit besonders zählt – Gesundheit und das Aufgreifen aktueller Ernährungstrends.

Alkoholfrei ist vielfältig

Allgemein gilt für alkoholfreie Getränke: „Die Auswahl wird immer vielfältiger und abwechslungsreicher.“ Das stellt Hauptgeschäftsführer Dr. Detlef Groß von der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG) fest. Ein markantes Beispiel ist die neue deutsche Gurkenlimonade Cucumis, die während der Internorga 2016 in der Kategorie „Trendprodukt – Nahrungsmittel und Getränke“ mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet wurde.

Nach WAFG-Angaben betrug der Pro-Kopf-Verbrauch an alkoholfreien Getränken im vergangenen Jahr 118,7 Liter. Das entspricht einem Minus von 1,1 Litern (2014: 119,8 Liter). Cola und Cola-Mischgetränke lagen mit einem Plus von 13,6, Schorlen/Wasser plus Fruchtgetränke mit einem Plus von 13,5 Prozent in der Gunst der Konsumenten vorn. Noch beliebter waren kohlensäurehaltige Fruchtsaftgetränke, deren Pro-Kopf-Verbrauch um 18,5 Prozent auf 1,9 Liter stieg. Ein Minus fuhren hingegen kohlensäurehaltige Fruchtsaftgetränke light (minus 33,3 Prozent), Wasser mit Aromen (minus 15 Prozent) und Limonaden (minus 12,6 Prozent) ein.

Superfoods mit deutscher Herkunft

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Superfoods auch im Markt der alkoholfreien Getränke und in der Profi-Gastronomie eine größere Rolle spielen würden. Folgt man der wissenschaftlichen Lehre, sind Superfoods Nahrungsmittel, die eine überdurchschnittlich hohe Konzentration an Mikro- und Makronährstoffen aufweisen. Ihr Image: Sie sind natürlich und exotisch, gesund und trendig. Bekannte Beispiele für Superfoods: die Acai-Beere aus den Regenwäldern des Amazonas, die eng mit der heimischen Gartenkresse verwandte Superknolle Maca, Baobab, die Superfrucht des afrikanischen Affenbrotbaumes, das glutenfreie Pseudogetreide Quinoa und der Chia-Samen.

Es heißt, dass die Superfoods den menschlichen Körper optimal mit Nährstoffen versorgen könnten und ferner einen medizinischen Zusatznutzen hätten. Immer mehr Gastronomie-Gäste nehmen das für bare Münze und äußern entsprechende Wünsche, obwohl der wissenschaftliche Beleg beispielsweise nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) fehlt. Noch einen Schritt weiter ging im April das Magazin Öko-Test. Es warnte nach einer Testserie mit desaströsen Ergebnissen: „Superfoods sind schlicht überflüssig.“ Zuvor waren mehr als zwei Drittel von 22 getesteten Produkten durch die Tester mit „ungenügend“ oder „mangelhaft“ bewertet worden.

Dieses vernichtende Urteil können Heike Hübner und Stefan Ansahl gar nicht nachvollziehen. Im Gastgewerbe und darüber hinaus vermarkten sie grüne Smoothies. Im Gegensatz zu Frucht-Smoothies basieren sie auf grünem Blattgemüse. Für eine sämige Konsistenz und einen angenehmen Geschmack enthalten grüne Smoothies Obst und Wasser. „Blattgrün“, erklärt Stefan Ansahl, „ist Bestandteil eines jeden Rezepts. Denn es enthält wertvolle Nährstoffe.“ Um auf die Beispiele für Superfoods zurückzukommen: Ein exotischer Ursprung ist nicht notwendig, wie Heike Hübner unterstreicht: „Auch in Deutschland gedeiht pflanzliche Nahrung, die mit einem hohen Gehalt an Nährstoffen zu überzeugen weiß. Das trifft zum Beispiel auf die Heidelbeere zu, die reich an Antioxidantien ist.“ Reich an Mineralstoffen, Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen seien ebenso Kirschen, Brombeeren und Schwarze Johannisbeeren. Und: Sie hätten den ökologischen Vorteil, dass sie nicht aus weit entfernt gelegenen Gebieten in Südamerika, Asien oder Afrika nach Deutschland transportiert werden müssten.