Frankfurter Botschaft

Fine Dining an der Hafenmole

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Die „Frankfurter Botschaft“ bietet neben der französisch-asiatischen Küche von Hai Minh Hoang einen grandiosen Blick auf Jachthafen und Main.

„Was wir in der Frankfurter Gastronomie bisher nicht hatten, ist eine Kombination aus toller Lage und toller Küche. Das wollen wir bieten.“ Mit diesem Ziel vor Augen haben Geschäftsführer Daniel Arons und sein Partner Hamdi Abbas die „Frankfurter Botschaft“ in kleinen Schritten von den Anfängen als Bistro und Bar in ein Fine-Dining-Restaurant umgewandelt. Seit September gehören mit Restaurantleiter und Sommelier Thierry Felden sowie Küchenchef Hai Minh Hoang zwei Spitzenkräfte zum Team, um den Anspruch einzulösen. „Damit haben wir einen Höhepunkt erreicht“, sagt Arons, „nun kommt es uns auf Konstanz an.“

Mit der außergewöhnlichen Lage am Frankfurter Westhafen kann die Frankfurter Botschaft seit ihrer Eröffnung vor zwölf Jahren punkten. An dem einstigen Binnenhafen entstand Anfang der 2000er-Jahre ein Wohngebiet mit Jachthafen. Am Eingang der Hafenmole befindet sich das Restaurant im sogenannten Brückengebäude, das einem Ozeandampfer gleicht, der in See sticht. Von dem Gastraum in der rundum verglasten Rotunde, die über dem Wasser zu schweben scheint, bietet sich ein beeindruckender Blick auf Hafen und Mainpromenade. „Die Lage habe etwas von Hamburg oder Amsterdam, finden unsere Gäste“, erzählt Arons.

Ein Stück Heimat, ein Stück Welt

Ihren Schwerpunkt auf Fine Dining zu legen, sei keine kurzfristige Entscheidung gewesen, sondern ein länger gehegter Wunsch. „Das Bistro war in Ordnung, aber irgendwann keine Herausforderung mehr für uns“, sagt Arons, der mit Hamdi Abbas vor der Frankfurter Botschaft eine Bar geführt hatte. Doch dann sei das Veranstaltungsgeschäft stark gewachsen, und es sei nicht immer leicht gewesen, „die Balance zwischen À-la-carte-Restaurant und Veranstaltungen zu halten, mit nur einem Raum und einer Küche“. Da sei der Weg zum anspruchsvollen Restaurant nicht immer konsequent verfolgt worden. „Wir hatten zwar immer wieder tolle Köche, aber manchmal hat der Service nicht mithalten können.“ Das soll nun nicht mehr vorkommen.

Im Restaurant wacht jetzt der erfahrene Restaurantleiter Thierry Felden über das Wohlbefinden der Gäste. Mit Stationen in Erno‘s Bistro, dem Micro in der Frankfurter Discothek Cocoon Club oder dem Sterne-Restaurant Villa Merton ist er kein Unbekannter in Frankfurt. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Gießen – „dort war ich unzufrieden und ging meiner Frau auf die Nerven“, lacht der charmante Franzose – kam er zurück nach Frankfurt und in die Botschaft. „Mir hat die Location so gut gefallen“, sagt Felden. „Mein Job ist es, ein guter Gastgeber zu sein“, unterstreicht er, „aber vor allem muss die Küche stimmen.“

Dafür soll Hai Minh Hoang sorgen, mit seiner „französischen Küche mit asiatischer Note“, wie der junge Küchenchef seine Arbeit beschreibt. „So koche ich eine Lammsauce statt klassisch-mediterran etwa mit schwarzem Knoblauch oder kandierten Pflaumen“, gibt er ein Beispiel. Das Zusammenspiel zwischen regionaler und globaler Küche findet Hoang, der aus Vietnam stammt, dabei besonders interessant. Dem Motto der Frankfurter Botschaft „ein Stück Heimat, ein Stück Welt“ folgend, kombiniert er heimische Produkte mit internationalen Spezialitäten. „Wenn es im Winter kein heimisches Obst gibt“, sagt Hoang, „serviere ich Früchte aus Asien.“

Wie Felden hat auch der 33-jährige Hoang wichtige Stationen seiner Laufbahn in Frankfurt erlebt, etwa als Junior-Souschef im Restaurant Tigerpalast unter Küchenchef Alfred Friedrich, als Souschef, ebenfalls unter Friedrich, im Lafleur im Palmengarten. Danach erkochte sich Hoang als Küchenchef im Hotel Linde in Albstadt-Ebingen bei Stuttgart 15 Gault-Millau-Punkte. Nach der Geburt seiner Tochter kehrte der Koch zurück nach Frankfurt, wo seine Familie lebt. Hier kreiert er jetzt für die Frankfurter Botschaft Gerichte wie Croustillant und Rücken vom Kalb mit Rosen, Himbeeren, Kerbel-Knollen und mariniertem Sushi-Reis, Tranche von der Fjord-Forelle mit Miesmuschel-Tom Yam Hoy, Blumenkohl, Negresse-Kartoffeln und Haselnüssen oder, als vegetarisches Angebot, Nem-Maki-California Roll mit Urkarotten, eingelegtem Ingwer und Mizkan-Essig.

Zu den Gerichten, die als Drei- oder Vier-Gänge-Menü ebenso wie à la Carte bestellt werden können, empfiehlt Sommelier Thierry Felden den passenden Wein. Beim Weinangebot „bleiben wir in Europa“, sagt Felden. „Nichts gegen australische oder südafrikanische Weine, aber was sie dort können, können wir schon lange“, findet er. Insbesondere seien deutsche Winzer viel besser geworden. „Junge Winzer legen heute mehr Wert auf Qualität als ihre Vorgänger.“