Green Kitchen

Gutes Essen für kluge Köpfe

Auch an der Bildungsstätte EJBW in Weimar wird auf Induktionsherde gesetzt. Diese überzeugen die Praktiker in Weimar und anderswo gleich mit mehreren Pluspunkten.

Unter den Jugendbildungsstätten in Deutschland und über die Landesgrenzen hinweg ist die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) seit 1996 ein fester Begriff. Mehrere tausend vorwiegend junge Menschen sind es pro Jahr, die sich hier begegnen, sich austauschen, viel über sich lernen und über die Demokratie, die in Weimar deutsche Geschichte geschrieben hat.

Weil kluge Köpfe gutes Essen brauchen, wurden im Herbst 2014 die Mensa modernisiert und kurz darauf neue Geräte in der Küche eingeführt. Seitdem kommen Induktionsherde zum Zuge, mit denen noch schneller gekocht und der Hunger der Gäste leichter gestillt werden kann. Für Küchenleiter Volker Siemund sind die sehr schnellen Reaktionszeiten der Induktionsherde zwar nichts Neues. Aber beeindruckend findet er diese Technik trotzdem noch: „In dem Moment, in dem der Topf mit dem Gargut auf der Induktionsplatte steht, werden die Speisen gegart. Auf diese Weise lässt sich viel Zeit bei der Zubereitung sparen.“ Damit einher gehen neben der erheblich leichteren Reinigung aufgrund der glatten Oberfläche ein Minimum an thermischer Belastung – und ein Maximum an Energieersparnis. „Induktionskochfelder bieten eine ausgezeichnete Energieausnutzung“, bestätigt auch Geschäftsführer Frank Kienle vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI); der HKI vertritt die Interessen der Hersteller von Großkücheneinrichtungen sowiehäuslicher Heiz- und Kochgeräte. Grund für die hervorragende Energieauslastung laut Kienle: Die Aufheizphase verlaufe dreimal schneller.

Weiterer Vorteil: Wenn kein Kochgeschirr auf der Kochstelle aufgesetzt ist, wird bei einem eingeschalteten Herd keine Energie verbraucht – von einer geringen Standby-Stromaufnahme abgesehen. Unter dem Gesichtspunkt von Energieeffizienz, Umweltschutz und Klimaschutz prognostiziert das Öko-Institut in einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes: „In gewerblichen Küchen wird sich langfristig diese Herdform durchsetzen.“ Daran werden nach Auffassung der Wissenschaftler auch die relativ hohen Investitionskosten nichts ändern, zumal sich diese ihres Erachtens durch geringere Energiekosten nach relativ kurzer Zeit amortisierten.

Zusätzliche Hoffnung vermittelt das 2014 abgeschlossene Forschungsprojekt „InduKoch“. Nach dreijähriger Forschungsdauer habe die Zahl der notwendigen Komponenten in Induktionsfeldern verringert werden können, berichtet Professor Nando Kaminski von der Universität Bremen über die Ergebnisse. Dort hatten die Elektrotechniker des Institutes für elektrische Antriebe, Leistungselektronik und Bauelemente (IALB) gemeinsam mit Mitarbeitern des Haushaltsgeräte-Herstellers E.G.O. und des Halbleiter-Produzenten Infineon miteinander getüftelt. Kaminskis Fazit: „Ein Standard-Induktionsherd ist künftig kaum teurer als ein herkömmlicher Elektroherd.“ Und: Induktionsbeheizungen und Induktionsherde auf der Grundlage der InduKoch-Technologie verbrauchen nach Angaben von Professor Kaminski pro Jahr zwischen 20 und 100 Kilowattstunden (kWh) weniger Strom als Elektroherde. So ließe sich in Deutschland pro Jahr eine CO2-Menge einsparen, die dem Ausstoß von 100.000 Autos entspräche, die eine durchschnittliche Fahrleistung von jährlich 13.000 Kilometern hätten. „Auf die künftige Entwicklung bin ich gespannt“, meint derweil Volker Siemund. Und dann konzentriert er sich wieder auf die Arbeit in der EJBW-Küche. Schließlich müssen unter dem Motto „regional, frisch und bio“ täglich vier Mahlzeiten zubereitet werden.