Service Bund

Frisch geliefert

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Köche brauchen beste Zutaten: Das realisieren Frischelogistiker, und zwar meist nachts und im Hintergrund. Ein Besuch bei Mettler Service-Bund in Morbach.

Morbach im Hunsrück. Es ist Sonntag Nacht, 22 Uhr. An den Anlieferungsrampen der Josef Mettler GmbH & Co. KG, einer von 32 Regionalgesellschaften des Service-Bunds, treffen nach und nach Lkws von Großhändlern aus Belgien, den Niederlanden und von einem Großhändler vom Niederrhein ein. Sie liefern palettenweise Ultrafrische, also frisches Obst und Gemüse von Ananas bis Zucchini, dazu Fresh-Cut-Salate, geputztes Gemüse und Kräuter, alles Produkte, die eine Restlaufzeit von teilweise weniger als fünf Tagen haben und die über Lagerung, Kommissionierung und Transport hinweg permanent einen Temperaturbereich von 2 bis 7 Grad Celsius brauchen.

Die Mitarbeiter der Nachtschicht nehmen die Ware in Empfang, prüfen, ob Menge und Frische stimmen. Dann wird alles sofort umgeschlagen, das heißt entweder ins Lager gebracht und verräumt, wie beispielsweise Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Äpfel, Tomaten oder Möhren, schneller verderbliches Obst und Gemüse kommt nicht erst ins Lager, sondern wird gleich für die spätere Auslieferung vorbereitet. Just-in-time quasi. Die Kommissionierer widmen sich jedoch nicht nur der Frischware, sondern stellen auf Rollwagen auch Fleisch und Fisch, Ketchup-Eimer, Milchkartons, 5-Liter-Flaschen mit Speiseöl, Säcke mit Salz und Zucker, Kanister mit Essig, Kartons mit Nudeln und Reis zusammen. Bestellungen der Gastronomen, die dann am frühen Morgen ausgeliefert werden sollen. Wenn später die Fahrer kommen und beginnen, ihre LKWs für die anstehenden Touren zu beladen, muss alles fix und fertig sein. Mit Ware versorgt werden Werkskantinen, Senioren- und Pflegeheime, Kliniken, Restaurants, Hotels, Jugendherbergen und Systemgastronomen. Eine (fast) tägliche Routine also.

Ein paar Stunden später, es ist inzwischen Montag, 5 Uhr. 28 Auslieferungsfahrer, unter ihnen Elmar Rosar, rangieren ihre Lkws an die Beladerampen und beladen sie mit den Rollbehältern, die in der Ladezone bereitstehen. Die Flotte von Mettler Service-Bund besteht aus 27 18-Tonnern und einem Sattelschlepper. Alle sind längs getrennte Mehrkammerfahrzeuge mit zwei Temperaturbereichen, die separat temperiert werden können. Die Kammern in den Lkw sind fix, die im Sattelschlepper können flexibel quer eingesetzt werden. Eine Kammer ist immer für Tiefkühlware vorgesehen, die andere für Frisch- und Trockenware. Dafür, dass die empfindliche Ware wie Salate so frisch bleibt wie vorgesehen, sorgt eine Thermohaube über den Rollbehältern.

Die Touren zu den Kunden von Mettler Service-Bund, die noch in der Dunkelheit und an diesem Tag im Schneegestöber beginnen, führen die Fahrer quer durch Rheinland-Pfalz bis nach Köln ins südliche Nordrhein-Westfalen, in die Gegend um Mainz und Wiesbaden, oder, wie heute ins Saarland nach Saarlouis. An manchen Tagen sind es 15 bis 20 Kunden, an anderen Tagen mehr. Jetzt im Winter, ist es eher ruhiger, unter anderem deshalb, weil Ausflugsgastronomien, von denen es im Liefergebiet einige gibt, im Sommer fast täglich beliefert werden, im Winter jedoch geschlossen haben.