Kochwettbewerbe

Impulsgeber für Feinkost

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Wie Köche und Feinkosthersteller von Kochwettbewerben profitieren.

Seit seiner Ausbildung zum Koch vor mehr als 25 Jahren lassen Christian Fischer Kochwettbewerbe nicht mehr kalt. Heute arbeitet der ehemalige Betriebsleiter, Gastronomieberater und Eventorganisator als Chef der Online-Genussplattform emolino.d und ist zudem Inhaber einer auf Weine spezialisierten Agentur. In den Ergebnissen der meisten Wettbewerbe fühlt sich Fischer in seiner Zukunftsprognose für die Feinkostbranche bestätigt: „Back to the roots!“, lautet seiner Ansicht nach das Motto.

Bis vor wenigen Jahren sei Feinkost in erster Linie mit Trüffel, Kaviar, Hummer und Stopfleber gleichgesetzt worden. Aber durch die vielen Kochshows im Fernsehen und durch das Internet, aber auch die Lebensmittelskandale habe sich das Bewusstsein gewandelt. „Heutzutage“, meint Fischer, „sollte Feinkost natürlich, nachhaltig, rein und von Menschenhand geschaffen“ sein, „sofern möglich ohne Chemie und naturbelassen“. Der Eindruck des erfahrenen Kochs: Immer mehr Menschen sehnten sich nach längst vergessenen Lebensmitteln, die oft auch einen positiven Nebeneffekt für den Körper erzielten. Ein Beispiel seien entzündungshemmende und krampflösende Kräuter und Heilpflanzen, ein anderes Kokosnuss-Produkte, die den Magen-Darm-Trakt anregten. Christian Fischer fasst seine Sicht der Dinge zusammen: „Einfache, natürliche Lebensmittel – mit Liebe zubereitet und mit Phantasie angerichtet – können mehr Freude bereiten als hochgezüchtete, manipulierte Produkte, die vor allem für das Auge gedacht sind.“

Wertvolle Impulse

Kochwettbewerbe sind nicht nur für Köche unverzichtbar, auch die ausrichtenden Hersteller profitieren nicht nur über den Imagegewinn, sondern weil sich viele Rezepte und Anregungen aus den Wettbewerben auch in die Entwicklung neuer Produkte einbinden lassen. Das bestätigt zum Beispiel Sylvia Ludwig, Leiterin des Profit-Centers GV beim Fischfeinkost-Spezialisten Friesenkrone. Das mehr als 100 Jahre alte Familienunternehmen hat in diesem Jahr zum zwölften Mal eine Matjesmeisterschaft ausgerichtet: Überzeugende Ideen für eine gelungene Liaison zwischen Matjes und Wein sollten realisiert werden. „Unsere Matjesmeisterschaften“, findet Sylvia Ludwig, „sind der beste Beweis, wie wunderbar sich Ideen und Rezepturansätze mit einer späteren Neuentwicklung von Produkten vereinbaren lassen.“

2013 etwa lautete das Wettbewerbsmotto „Friesisch Tapas“. „Mit großer Leidenschaft tischten unsere jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Vielzahl von kleinen Snacks aus Matjes auf“, erinnert sich Sylvia Ludwig. Noch lange nach dieser Matjesmeisterschaft habe das Unternehmen die Idee beschäftigt, wie komplett neu Matjes als Friesisch Tapas interpretiert werden können. Klein, fein, gewickelt und gespießt – so sollte dann das neue Sortiment der Friesenkrone aussehen. Zwei Jahre später stand eine Manufaktur, in der heute genau solche Kostbarkeiten in Handarbeit hergestellt werden. Fazit der GV-Verantwortlichen: „Für Friesenkrone sind diese Wettbewerbe und Veranstaltungen von großem Wert.“

Dieser beinahe schon begeisterten Bewertung schließt sich Katrin Moos-Achenbach, Mitglied der Geschäftsleitung der Rudolf Achenbach Delikatessen-Manufaktur, mit Blick auf ihr Unternehmen an. Bereits seit 1975 gibt es den Rudolf Achenbach Preis, den Bundesjugendwettbewerb des Verbandes der Köche Deutschlands (VKD). Natürlich sie es nicht das Ziel des Rudolf Achenbach Preises, aus den Menüs der Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue Produkte für das Achenbach-Sortiment zu kreieren. Das betont Katrin Moos-Achenbach. Aber es sei „spannend zu sehen, wie die jungen Talente unsere Vorgaben interpretieren und umsetzen“. Dabei zeigten sie aufgrund der Ausbildung in verschiedenen Betrieben durchaus unterschiedliche Herangehensweisen. Der Weg zum Erfolg bei einem Koch-Wettbewerb ist lang und manchmal steinig – der Weg zu einem neuen Produkt ist es gleichermaßen. Katrin Moos-Achenbach gibt Einblicke: „Wir lassen uns gerne von nationalen und internationalen Trends in der gehobenen Gastronomie und von saisonalen Anforderungen inspirieren. Dabei halten wir nach neuen Lebensmitteln Ausschau und prüfen, wie wir diese in unsere Rezepturen einbringen können.