Top-Ausbilder 2016

„Gas geben, kreativ sein, Dinge anpacken und Mut machen“

In Nells Park Hotel in Trier hat Ausbilder Marcus Augst seinen Schützlingen ein komplettes Maßnahmen-Programm zur persönlichen Weiterentwicklung im Rahmen der Koch-Lehre zu bieten.

Top-Ausbilder 2016 Marcus Augst kann als Ausbilder in einem Team arbeiten, dass sich in Sachen Auszubildende einig ist. Zusammen mit ihm ziehen im Nells Park Hotel in Trier Küchenchef Horst Killburg und Geschäftsführer und Hotel-Inhaber Thomas Pütter an einem Strang.

Ihnen allen ist besonders die Vorbildfunktion wichtig: In puncto Ausbildung stehen Faktoren wie „Gas geben, kreativ sein, Dinge anpacken und Mut machen“ ganz oben auf der Agenda und werden im Alltag gelebt. Dabei ist in der Zusammenarbeit mit den Auszubildenden auch der Zusammenhalt des Führungsteams gefragt, Absprachen der Verantwortlichen sind immer wieder essentiell. Das Team berät sich über die Vorgehensweise im Ausbildungsalltag in der regelmäßigen Wochenplanbesprechung.

Das besondere Engagement beginnt schon bei der Auswahl der Auszubildenden, denn über das klassische Programm hinaus, hat das Unternehmen unter dem Titel Move up! ein breites Programm entwickel, mit dessen Hilfe interessierte Jugendliche angesprochen und schließlich die geeignetesten ausgewählt werden. Erste Kontakte werden bei lokalen und regionalen Ausbildungsmessen geschlossen. Nach dem Prinzip Azubi wirbt Azubi bindet Augst regelmäßig die Auszubildenden des Unternehmens in diese Aktivitäten ein.

Zu den so genannten Azubiwochen werden Bewerber eingeladen. Dort erfahren sie bereits viel über den Kochberuf. Im Rahmen eines Schnupperpraktikums kann erstes Interesse dann vertieft werden. Wer sensibilisiert werden konnte, durchläuft in der Küche des Nells Park Hotel als Auszubildender ein achtstufiges Programm, das von der Kick off-Woche über Azubi-Projekte bis hin zur Beteiligung an Wettbewerben und Zertifizierungen reicht.

Enthalten sind auch Schulungen, in denen die Teilnehmer das Gastronomiehandwerk, professionelles Verkaufen, den Umgang mit Beschwerden und sogar Qualitätsmanagement kennenlernen. Angeboten werden ebenfalls Coachings für Persönlichkeitsentwicklung.

Ungewöhnlich ist die so genannte Azubi-Gala. Das ist Netzwerken im Sinne der Auszubildenden von Feinsten. Bei diesem Event kommen einmal im Jahr etwa 120 Gäste, beispielsweise Lieferanten, Eltern und Bewerber zusammen. Ihnen werden von den Azubis dann unter anderem besondere Projekte präsentiert.

Ein weiterer wichtiger Programm-Baustein sind externe Praktika. Das Unternehmen ermöglicht seinen angehenden Köchen dabei auch, Erfahrungen in anderen Bereiche und Branchen zu sammeln. Möglich sind deshalb Praktika beim Metzger, Bäcker, Konditor und sogar Floristen. Natürlich soll der Köche-Nachwuchs Erfahrungen in anderen gastronomischen Betrieben sammeln. So erwarten zwei der Auszubildenden in diesem Jahr ganz besondere Erlebnisse: Ein Kochazubi geht Mitte November zu Johann Lafer auf die Stromburg und einen anderen Auszubildenden schickt Markus Augst für zwei Wochen in seinen ehemaligen Betrieb in die Schweiz. „Erfahrungen, die man in einem anderen Betrieb sammelt, sind durch keine Schulung zu ersetzen“, sind sich Ausbilder Augst und Küchenchef Kilburg einig.

Neben solchen Highlights ist aber auch sichergestellt, dass im Rahmen der Ausbildung die Mitarbeiterführung funktioniert. Das Vorgehen basiert dabei auf einem Konzept, das der Hotelinhaber Thomas Pütter entwickelt hat und auf alle Mitarbeiter angewendet wird. Dazu gehören beispielsweise monatliche Feedback-Gespräche mit Fragebogen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung. Integriert sind außerdem unterschiedliche Instrumente zur Mitarbeiter-Motivation. So darf der beste Auszubildende des Quartals das so genannte Azubi-Car fahren. Nicht unwichtig ist auch die gelebte Transparenz des Betriebes, in deren Rahmen allen Mitarbeitern die wirtschaftlichen Ziele bekannt sind.