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Darios Weg

Dario Marti findet, der Weg ist das Ziel. Und der führte ihn von der Schweiz über Hamburg nach Berlin ins 5 – Cinco by Paco Pérez.

Dass Dario Marti einmal im hauben- und sterngekrönten Berliner Restaurant 5 – Cinco des katalanischen Spitzenkochs Paco Pérez kochen würde, hätte sich der 22-jährige Schweizer vor sechs Jahren noch nicht träumen lassen. Schließlich war sein erster Einsatz am Herd nicht als Einführung in die hohe Kunst des Kochens, sondern als rein erzieherische Maßnahme gedacht. „Ich war ein Draufgänger, habe viel im Unterricht gestört, viel Blödsinn gemacht“, erzählt Dario lachend. „Mein Lehrer wollte, dass ich eine Auszeit kriege und hat mich für drei Wochen in die Schulmensa verbannt.“ Die „Verbannung“ entpuppte sich als Glücksfall. Draufgänger Dario traf in der Schulmensa auf einen verständnisvollen Koch, der ihn – wie er sagt – liebevoll ins Kochen einführte, sein Interesse für Rezepte, Zutaten und Techniken weckte. Ein anschließendes Praktikum in einem Restaurant in Bern tat ein Übriges: Dario fand seine Berufung – Schulbank drücken war endgültig kein Thema mehr für ihn. Als der Vater nach Hamburg zog, ging Dario kurzerhand mit.

In der Hansestadt angekommen, steuerte Marti als Erstes zielstrebig Tim Mälzers Bullerei an. Auf vier Monate Praktikum folgten drei Jahre Ausbildung bei Mälzer. Er habe viel dort gelernt, erzählt Dario Marti, vor allem über Fleisch. Nach der Ausbildung in der Bullerei lockte den Schweizer die Sternegastronomie, er heuerte im Restaurant Vlet in der Speicherstadt an, wo traditionelle Hamburger Küche modern interpretiert wird. Unter Küchenchef Thomas Sampl blühte Dario auf. Er blieb zwei Jahre, arbeitete auf den Posten Entremétier und Saucier. Viele Caterings habe er im Vlet gemacht und sehr, wirklich sehr viel gearbeitet, aber auch viel Spaß gehabt, erzählt er. Die Arbeit dort habe viel in ihm bewegt, vom Küchenchef habe er vor allem die Liebe zum Detail gelernt, so Marti. Es folgte ein Jahr als Chef de Partie im Restaurant Schauermann in Sankt Pauli vor dem großen Sprung nach Berlin: Seit einem Dreivierteljahr ist Dario Marti im 5 – Cinco im Einsatz, das Sternekoch Paco Pérez im Luxus Boutique Hotel Das Stue als erstes Pérez-Restaurant außerhalb Spaniens eröffnete. Im „Cinco“, spanisch für 5, möchte das Team um die drei Küchenchefs Andreas Rehberger, Monty Aguiló und Pato Zucarini, zu dem jetzt auch Dario Marti gehört, alle fünf Sinne der Gäste mit avantgardistischen Geschmackserlebnissen verwöhnen. Sich in der experimentellen Küche des Cinco einzugewöhnen, sei ihm nicht schwer gefallen, versichert Marti. „Ich bin ein Fischkoch. Wir haben bei uns nicht die übliche klassische Aufteilung. Der Fischposten macht seine Gerichte völlig autark“, so Dario. Gerade das gefalle ihm. In der Sterneküche wolle er auch erst einmal bleiben, ansonsten sei er für jede Herausforderung offen: „Der Weg ist das Ziel – als Koch kann man überall arbeiten und lernen“, findet der Schweizer, der in seiner Freizeit am liebsten klettert.