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Einfach anders

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Lust auf Kochen? Unbedingt, sagt David Trepsdorf. Aber nicht in der Sterneküche. Das kann man auch woanders.

Schlecht drauf? David Trepsdorf nicht. Im Gegenteil. Er ist chronisch gut gelaunt. Und er ist immer für ausgefallene Aktionen zu haben. Aber dazu später mehr. Trepsdorf ist leidenschaftlicher Koch, hat viel Spaß am kreativen Kochen. Aber nicht bis zur Selbstaufgabe und nicht in der gehobe- nen Gastronomie: Das sei ihm während seiner dreimonati- gen Station im Frankfurter Restaurant Goldman, die sich an seine Lehre im The Westin Grand anschloss, klargeworden, sagt er. Dabei hätte er dafür beste Voraussetzungen. Gleich, nachdem er seine Lehre zum Bäcker abgeschlossen hatte, war er sicher: „Das war‘s noch nicht, ich will weiterma- chen.“ Der aus Brandenburg stammende Trepsdorf sah sich bei einem Besuch in Frankfurt um – und begann eine Lehre zum Koch im The Westin Grand. Trepsdorf lernte Michael Schneider und Max Zibis von der Rentenbank kennen, wur- de Teil des Wettbewerbsteams der Bergiusschule. Er nahm an zahlreichen Kochwettbewerben teil und heimste meh- rere Preise ein. 2015 kochte er sich beispielsweise zum Sieg der Friesenkrone Matjesmeisterschaften, beim Finale des Rudolf Achenbach Preises 2013 belegte er den vierten Platz. Trepsdorf sagt von sich selbst: „Ich bin Familienmensch, verbringe meine freie Zeit gern mit meiner Freundin zu- hause oder im Garten.“ Außerdem ist er leidenschaftlicher Angler, ein Hobby, das er aus seiner Heimat mitbrachte. Erst kürzlich hat er einen 17 Kilogramm schweren Karpfen aus dem Main gezogen. Und er liebt die 50er Jahre, deren Mu- sik und Autos. Alles Dinge, die ihm wichtiger sind als eine Karriere in der Sterneküche. Also wechselte er zu Leitz & Schwarzbauer, und einige Monate später zum Consortium Gastronomie. Dort kocht er seit mehr als einem Jahr in der Betriebsgastronomie der Sirona Dental Systems, und zwar als Alleinkoch für den Vorstand. „Die Arbeitszeiten sind top, und ich kann kreativ sein, kochen, was ich will“, sagt Trepsdorf. Sein Kochstil ist einfach und bodenständig, ba- siert auf Produkten der Saison und ist regional ausgerichtet. Dabei arbeitet er gern die Vielfalt eines Produktes heraus, beispielsweise in dem er es in verschiedene Varianten über- setzt oder durch unterschiedliche Texturen betont. Seine Vorkenntnisse lebt er gern am Wochenende aus: Freundin Ina ist Konditormeisterin, arbeitet im elterlichen Betrieb. Und da hilft David Trepsdorf als gelernter Bäcker gern aus. Zurück zu den ausgefallenen Aktionen: Nach dem Achen- bach-Finale wurde das ZDF auf ihn aufmerksam und frag- te an, ob er und Freundin Ina Lust auf eine Dokumentation hätten: Wie betreibt man im Herbst/Winter ein Café in Is- land? Das Café selbst gab es bereits vor Ort, es ist aber nor- malerweise nur im Sommer geöfnet. Beide sagten zu und wurden mehr als zwei Wochen lang beim Zusammenstel- len, Einkaufen, Zubereiten und Servieren der Menüs im Café geflmt. „Eine interessante Erfahrung“, konstatiert Trepsdorf. Und lacht: „Besonders, als wir einen veganen Abend hatten.“ Isländer sind ausgeprägte Fleischesser.