Fabian Huschitt: Koch sein? Unbedingt!

Bildquelle: Ingo Hilger

Fabian Huschitt

Koch sein? Unbedingt!

Für Fabian Huschitt gibt es wenig, das erfüllender ist als Kochen. Und hier gibt es noch eine Menge zu lernen und zu erfahren, ist er überzeugt.

Der 19-Jährige lebt nicht nur vom Kochen, er lebt fürs Kochen. Spricht Fabian Huschitt darüber, steckt sein Enthusiasmus an. Doch er ist sich auch im Klaren darüber, dass er noch viel lernen kann. Und sollte. Um seinen eigenen Kochstil zu finden, beispielsweise. „Ich bin ambitioniert, aber noch sehr jung und nicht sehr lange ausgelernt“, findet Huschitt. „Mir fehlen noch etliche Erfahrungen.“ Eines seiner Vorbilder ist Jens Hildebrandt (Restaurant Horváth, Berlin): „Wenn ich so alt bin wie er und einen vergleichbaren Erfahrungsschatz habe, dann habe ich vielleicht meinen ureigenen Küchenstil gefunden. Derzeit lerne ich aber noch.“
Seine Lehre absolvierte Fabian Huschitt im Ringhotel Der Waldkater in Rinteln. Die Leidenschaft fürs Kochen habe ihn bewogen, selbst Koch zu werden, erzählt er: Die Vielfalt an Produkten, die man habe, ebenso die Möglichkeiten der Zubereitung fasziniert ihn. Mitgeprägt habe seine Liebe der Stiefvater, der Koch in einem Betrieb der Gemeinschaftsverpflegung sei. Schon vor seiner Lehre hätten beide zuhause zusammen gekocht, und auch die Zukunftstage, die er als Schüler in der Gastronomieküche verbracht habe, hätten ihm einmal mehr gezeigt, dass der Beruf des Kochs genau das Richtige für ihn sei. Am meisten geprägt hätten ihn während seiner Lehrzeit aber die Wettbewerbe, findet Fabian Huschitt. Warum? Er erklärt: Meist lägen Pflichtkomponenten im Warenkorb. An die gehe jeder Teilnehmer anders heran, kein Teller gleiche am Ende des Wettbewerbes dem anderen. Deshalb sei ein Wettbewerb ein Pool von Anregungen. Die niedersächsischen Meisterschaften beispielsweise, der Ringhotel-Wettbewerb, der Rudolf Achenbach Preis, bei dem er 2016 den dritten Platz belegte. Ebenso die Wettbewerbe, die er als Mitglied der Jugendnationalmannschaft bestritt. Mitglied der Jugendnationalmannschaft ist er momentan nicht: „Der Zeitaufwand ist einfach zu hoch“, sagt er. Fabian Huschitt führt eine Fernbeziehung mit seiner Freundin, da müsse er momentan einfach Prioritäten setzen, erklärt der 19-Jährige. Doch nicht für immer: „Jugendnationalmannschaft – das ist eine Sache, die man auf jeden Fall mitnehmen sollte, wenn man kann. Man kann viele Erfahrungen sammeln und Eindrücke gewinnen. Und man sieht etwas von der Welt.“
Im Restaurant Terra im The RitzCarlton in Wolfsburg, wo Huschitt seit knapp einem Jahr arbeitet, hat er es ausschließlich mit deutschen Bio-Produkten zu tun. Das ist etwas, was ihm sehr entgegenkommt. „Ich mag es, wenn ein Produkt ursprünglich ist, in einer unverfälschten Form. Man ist heute oft bestrebt, die Natur zu perfektionieren. Damit greift man aber in das Ökosystem ein, und das finde ich bedenklich.“
Und wie kompensiert Fabian Huschitt seinen stressigen Alltag im Job? „Ich brauche zu meinem Job nicht wirklich einen Ausgleich“, sagt Huschitt. „Ich ziehe sehr viel Zufriedenheit aus meiner Tätigkeit als Koch.“