Keimsprossen

Kresse & Co

Keimsprossen sind gerade in der kalten Jahreszeit als frische Vitaminbomben besonders beliebt. Sie sind sehr gesund und machen sich gut u.a. zu Salaten, Suppen und Quarkspeisen.

Wegen ihrer wachstumshemmenden Wirkung auf Bakterien, Viren und Pilze werden Sprossen umgangssprachlich auch „pflanzliche Antibiotika“ genannt. Ihr scharfer Geschmack wird durch Senföle verursacht, die charakteristisch für die Pflanzenfamilie der Kreuzblütler sind. Zu ihnen zählen beispielsweise Kohlarten, Meerrettich, Senf, Raps, Rucola sowie Gartenkresse oder die wild wachsende Brunnenkresse. Text Rita Lüder Neben Scharfstoffen enthalten Sprossen gesundheitsfördernde Vitalstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Um diese für den Gast voll zu erhalten, werden Kresse & Co. am besten roh eingesetzt. Im Handel sind die verschiedensten Sprossen fertig erhältlich, sie können allerdings auch sehr leicht selber gezogen werden. Wer lieber kauft als züchtet, sollte unbedingt auf gute Qualität und pestizidfreie Samen achten.

Rucola
Wächst wie Kresse aus einem Samen, der von einer schützenden Gallerte umgeben ist. Verwendet wird nur der obere Teil. Die Keimsprossen können sehr gut mit der Schere geerntet werden. Sie vereinen das Aroma von Kresse mit dem der ausgewachsenen Blätter. Erntefertig sind die Sprossen nach 4 bis 5 Tagen.

Radieschen
Sie haben eine Keimdauer von 3 bis 5 Tagen und schmecken ähnlich scharf wie ihre allseits bekannten roten Speicherknollen. Aufgrund ihrer schimmelhemmenden Eigenschaften sind sie leicht zu ziehen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Samen für die Sprossenzucht geeignet und von guter Qualität sind. Die kleinen Fasern an den Wurzeln nicht mit Schimmel verwechseln!

Bockshornklee
Diese Samen bereichern als Würze vor allem Currypulver, Käse, Brot und Reisgerichte. Sie schmecken auch als Sprossen gut, dann allerdings eher ein wenig herb. Bockshornklee gehört nicht zur Familie der Kreuzblütler, sondern zu der der Hülsenfrüchtler (wie auch Rot- und Wiesenklee) – er enthält daher keine Senföle, allerdings viele andere Vitalstoffe. Seit dem Altertum ist Bockshornklee beliebt als Heil- und Küchenkraut; die Samen ebenso wie die Sprossen und das Blattgrün. Die Samen keimen meist bereits am zweiten Tag. Je jünger die Sprossen geerntet werden, desto milder schmecken sie.

Kresse
In ihrer Heimat Asien wird Kresse seit dem Altertum kultiviert und als Heil- und Küchenkraut geschätzt. Ihren Namen verdankt die Kresse ihrem schnellen Wachstum: „crescere“ bedeutet „wachsen“. Kresse kann fertig gekeimt im Handel gekauft, aber auch ganz leicht selbst in Watte oder auf Küchenpapier gezogen werden. Gut gewässert, kann man meist schon nach 3 bis 4 Tagen ernten.

Brokkoli
Diese Sprossen vereinen den scharfen Geschmack der Kresse mit dem Aroma von Brokkoli. Sie gelten als sehr gesund und werden in den USA sogar als vor Krebs schützend gehandelt. Ihre Vitalstoffe (Glucosolinate) sind in den Keimsprossen um ein vielfaches höher als im reifen Gemüse. Sie keimen nach 3 bis 5 Tagen und können komplett verzehrt werden – am besten roh!

Rotklee
Eine gesunde Alternative für alle, denen Kresse & Co. zu scharf sind. Die sehr feinen Sprossen dieses Hülsenfrüchtlers enthalten keine Senföle. Sie sind leicht zu ziehen und keimen schon nach 3 bis 5 Tagen. Rotkleesprossen sind vor allem wegen ihrer Phytoöstrogene (Isoflavone) beliebt, denen man nachsagt, das allgemeine Wohlbefinden während der Wechseljahre zu steigern. Sie können aber auch einfach als leckere Bereicherung für Salat und Rohkost genossen werden.