Winterzeit

Wild gepunscht

Winterzeit: Wenn’s draußen kalt und ungemütlich wird, dann ist ein guter Punsch genau das Richtige, um die Gäste zu verwöhnen. Der „Punsch“ geht auf ein Heißgetränk aus Indien zurück, das dort traditionell aus Wasser oder Tee, Arrak, Zucker, Zitronen und Gewürzen zubereitet wird. Mit oder ohne Alkohol – es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Weine, Säfte oder Tees mit Gewürzen des Winters schmackhaft zu aromatisieren.

Gewürznelken
Der immergrüne Gewürznelken-Baum (lat. Syzygium aromaticum) ist auf den Molukken, den Gewürzinseln, beheimatet und ebenso wie Piment ein Myrtengewächs. Heute werden Gewürznelken weltweit angebaut und nach wie vor von Hand gepflückt. Gute, frische Nelken fühlen sich leicht fettig an, da sie beim Quetschen des Stieles etwas Öl absondern. Geerntet werden die Blütenknospen. Sie würzen – vorsichtig dosiert – Currys, allerlei deftige Gerichte und gehören in Lebkuchen ebenso wie in Glühwein & Co. Sie werden nach dem Garen entfernt, da nur das Köpfchen essbar ist und der Stiel sehr bitter schmeckt.

Anis
Die Samen dieser ursprünglich aus Asien und dem Mittelmeergebiet stammenden Heil- und Gewürzpflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Pimpinella anisum wird heute weltweit angebaut. Verwendet werden vor allem die süßlich schmeckenden Früchte in der Weihnachtsbäckerei und in Spirituosen, etwa Ouzo. Medizinisch lindern sie Husten und unterstützen die Verdauung.

Süssdolde
Heimisches Doldengewächs (lat. Myrrhis odorata) mit Duft und Geschmack, der an Anis und Lakritz erinnert. Als Heil-, Gewürz- und Duftpflanze von alters her beliebt und ähnlich verwendet wie Anis. Die frischen Blätter im Frühjahr ergänzen deftige Gerichte und Saucen. Die Früchte haben ein intensives Aroma und dienen als Würze für Backwaren, Süßspeisen, Liköre und Winterpunsch. Werden Süßspeisen mit Süßdolde verfeinert, kann die Zugabe von Zucker verringert werden.

Ingwer
Der Wurzelstock dieser exotischen Heil- und Gewürzpflanze (lat. Zingiber officinale) wird frisch und als getrocknetes Pulver angeboten. Er würzt Backwaren, Tee und Süßspeisen ebenso wie Suppen, Geflügel, Lamm und Meeresfrüchte. Die wärmenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften passen wunderbar in Glühwein oder Punsch. Als Heilmittel schätzt man darüber hinaus seine antivirale und antibakterielle Wirkung, in Japan gilt er auch als Aphrodisiakum.

Sternanis
Geerntet werden die Früchte mit den Samen dieses immergrünen, tropischen Baumes (lat. Illicium verum), wobei die Hülle aromatischer würzt als die Samen selber. Sternanis kann gemahlen und als Ganzes verwendet werden. Der Geschmack erinnert mit dem anisartigen Aroma an süße Lakritze mit etwas Pfeffer. Die asiatische Küche verwendet ihn vielseitig, bei uns würzt er vor allem Liköre, Süßspeisen und Punsch. Gleichzeitig stärkt sein Genuss Atmung und Verdauungssystem.

Zimt
Wird aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen (lat. Cinnamomum verum, der etwas schärfere Cassia-Zimt aus Cinnamomum cassia) gewonnen. Die bis zu zwölf Meter hohen Bäume werden dabei ähnlich beschnitten wie früher Korbweiden zur Gewinnung von Flechtmaterial. Der begehrte Teil mit dem Zimtöl zwischen Borke und Holz, im sogenannten Bast, wird von den dünnen Zweigen geschält und getrocknet. Bei uns kennt man Zimt vor allem als Gewürz für Süßspeisen, Punsch und Liköre, in seiner Heimat würzt er auch herzhafte Speisen und Fleischgerichte. Als Heilpflanze verbessert er Wohlbefinden und Verdauung.

Piment
Verwendet werden die beerenähnlichen Steinfrüchte dieses in der Karibik heimischen, immergrünen Baumes (lat. Pimenta officinalis). Unreif geerntet entfalten sie ihr größtes Aroma. Sie enthalten das gleiche ätherische Öl wie Gewürznelken, sind jedoch wesentlich schärfer. In seiner Heimat werden neben den Früchten des Pimentbaumes auch die frischen Blätter verwendet, mit dem aromatischen Holz wird gegrillt. Bei uns würzt Piment vor allem Gebäck und Wurstwaren – dem Punsch gibt er eine scharfe Note.

Nelkenwurz
Das heimische Pendant zur importierten Gewürznelke, das ähnlich verwendet wird. Die feinen Wurzeln dieses Rosengewächses aromatisieren Gemüsegerichte, Süßspeisen, Bier, Wein, Likör und Punsch. Im Frühjahr bereichern die jungen und noch zarten Blätter roh oder gegart Salate, Kräuterquark und Wildkräutergerichte.