Diers Hof

Käse vom Nachbarn

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Regionalität ist ein Verkaufsargument in der Gastronomie: Immer mehr Profi-Köche und Gastronomen wollen ihren Lieferanten nahe sein. Das haben auch die Betreiber des Diers-Hof in Oldenburg festgestellt.

Wer einen Bauernhof sucht , der wird ihn kaum in einer Universitätsstadt vermuten. Doch genau dort, im niedersächsischen Oldenburg steht der Diers-Hof – allerdings am Stadtrand, mit idyllischem Blick auf die Huntewiesen und die Huntebrücke. Seit 1925 und somit seit vier Generationen ist die Familie Diers in der Milch- und Landwirtschaft verankert; bereits seit 1948 bringt sie per Direktvermarktung ihre Produkte an den Kunden. Dabei wird die Belieferung von Profi-Küchen und Gastronomie immer stärker. Schließlich hat Regionalität als Verkaufsargument ein wachsendes Gewicht. Doch so richtig taugt dieses Argument nur dann, wenn es mit Transparenz und absoluter Nähe zwischen Lieferanten und Abnehmern einher geht, ebenso natürlich mit Frische. Und dafür ist der Diers-Hof in Oldenburg ein gutes Beispiel.

230 Kühe liefern die Milch. Im Sommer werden sie auf den Huntewiesen gehalten, weil nur glückliche Kühe gute Milch „spendieren“, ist man auf dem Diers-Hof überzeugt. 2,7 Millionen Liter pro Jahr kommen zusammen. Eine Million Liter werden von den 36 Beschäftigten des Hofes in schmackhafte Produkte verwandelt. Der Rest wird an die Molkerei Ammerland geliefert.

Zweimal täglich werden die Tiere gemolken. Rund zwei Stunden dauert das. Die Milchtanks fassen 18.000 Liter. Über eine rund 70 Meter lange unterirdische Leitung wird die Milch vom Hof aus auf die andere Straßenseite gepumpt, direkt zu der hauseigenen Molkerei. Gleich nach dem Melken erfolgt die schonende Wärmebehandlung, also Pasteurisierung. Die Milch wird nur einmal pasteurisiert. „Auf diese Weise bleiben die hochwertigen Inhaltsstoffe erhalten“, erläutert Hanke Diers. Er verantwortet die Direktvermarktung, während sich sein Bruder Jürn um die Tierhaltung kümmert. Innerhalb von acht Stunden gelangt die Milch in die (Mehrweg-)Flaschen und wird zu den Kunden transportiert. Sämtliche Kundschaft ist in der Stadt und Umgebung zu Hause: „Wir produzieren bewusst in Oldenburg für Oldenburg.“

Die Milch-Palette in unterschiedlichen Größen – in den Großküchen sind die Milchkannen für 20 Liter besonders gefragt – wird durch die Schoko-Milch ergänzt, für die sich vor allem die Kinder erwärmen können. Gefertigt wird sie mit einem hohen Anteil feiner Schokolade. Die 250-Milliliter-Becher werden aus kompostierbarer Maisstärke hergestellt, so dass sie das Prädikat „umweltfreundlich“ durchaus verdienen. Zehn Joghurts hat der Diers-Hof im Sortiment, darunter Joghurts der Saison. Hanke Diers versichert: „Bei einem schwankenden Fettgehalt von 3,8 bis 4 Prozent im Milchanteil bleibt der milde Geschmack bewahrt – alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe inbegriffen.“ Auf Bindemittel, Stabilisatoren oder künstliche Aromen werde verzichtet.

Hanke Diers zufolge sind 90 Prozent der Milchsäuren, die die Joghurts enthalten, rechtsdrehende Milchsäuren L (+): „Die wirken sich sehr positiv und ausgleichend auf die Darmflora aus.“ Die Joghurtbecher genügen ebenfalls ökologischen Kriterien, bauen sich nämlich nach Gebrauch biologisch ab. Ferner ist Quark vom Diers-Hof erhältlich – Kräuterquark zum einen und „Oldenburger Stippmelk“ zum anderen. Bei der Quark-Produktion kommt eine Presswanne zum Einsatz, ein Aufwand, den größere Unternehmen in der Regel scheuen. Laut Diers garantiert die Presswanne eine besondere Struktur und Optik des Quarks.